Mut zum Neuanfang
– keine Angst vor dem Jobwechsel

Sind Sie in letzter Zeit ganz unverhofft, ohne aktiv danach gesucht zu haben, über ein großartiges Stellenangebot gestolpert? Eines, das Ihr Herz hat schneller schlagen lassen und aufgrund dessen Sie sich gefragt haben: „Bin ich wirklich so zufrieden in meinem derzeitigen Job?“ Je öfter Sie die Stellenbeschreibung gelesen haben, umso mehr hat sie Sie angesprochen. Sie haben die Anzeige abgespeichert. Sie haben Ihren Lebenslauf aktualisiert. Vielleicht haben Sie sogar ein Anschreiben verfasst. Dennoch hat Sie irgendetwas davon abgehalten, Ihre Bewerbung abzuschicken. Aber was?

Die Aussicht auf einen Jobwechsel kann beängstigen, vor allem wenn Sie diese Möglichkeit vorher nicht in Betracht gezogen haben. Sie waren mit Ihrer bisherigen Situation absolut zufrieden und waren gedanklich nicht auf eine berufliche Umorientierung vorbereitet. Die Angst vor dem Unbekannten, Selbstzweifel und „Was wäre, wenn“-Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf und halten Sie davon ab, den letzten Schritt zu wagen.

Wie schaffen Sie es nun, sich trotz Ihrer Ängste auf diesen Job zu bewerben?

Mut zum Neuanfang- Keine Angst vor dem Jobwechsel

Angst Nr. 1 : Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse passen nicht 100-prozentig zu den Anforderungen

Haben Sie das Gefühl, nicht gut genug für den Job zu sein? Wenn ja, warum? Weil Sie die Anforderungen in der Stellenanzeige nicht zu 100 Prozent erfüllen? Wenn das der Grund ist, sollten Sie sich fragen, ob Sie wirklich einen Job suchen, den Sie mit geschlossenen Augen erledigen könnten. Wäre eine Position, die Sie herausfordert und in der Sie sich fachlich weiterentwickeln, nicht viel reizvoller? Denn genau solche Aufgaben treiben Ihre Karriere schließlich voran.

Natürlich gibt es Kenntnisse, die für eine bestimmte Position zwingend erforderlich sind. Aber oft sind Personalverantwortliche durchaus flexibel, wenn es um wünschenswerte und nicht um notwendige Fähigkeiten geht. Es ist außerdem von Vorteil, wenn Sie in Ihrem Lebenslauf betonen, dass Sie die erforderlichen Soft Skills mitbringen, indem Sie beispielsweise darauf hinweisen, dass Sie eine wissbegierige Persönlichkeit sind, die gewissenhaft arbeitet und eine schnelle Auffassungsgabe hat. Denken Sie auch daran, dies mit Praxisbeispielen zu belegen: Als Sie beispielsweise in Ihrem letzten Job zu Beginn nicht wussten, wie man Social-Media-Plattformen zur Terminplanung benutzt, haben Sie sich mit einem Online-Webinar weitergebildet und sind heute ein Profi.

Angst Nr. 2: Sie haben keine Branchenerfahrung

Ist die Branche Neuland für Sie? Möglicherweise enthielt die Stellenbeschreibung einen Fachjargon, der Sie irritiert und Ihre Sorge verstärkt hat, hier ein kompletter Außenseiter zu sein.

Vergessen Sie nicht, dass jeder einmal anfangen musste – selbst die namhaftesten Branchenexperten haben sich zu Beginn wahrscheinlich genauso gefühlt, wie Sie sich jetzt fühlen. Außerdem kann ein Branchenwechsel ein großer Karriereschritt sein, den man von Zeit zu Zeit durchaus wagen sollte. Wie sonst wollen Sie Ihre Fachkompetenz und Ihre Anpassungsfähigkeit weiterentwickeln? Und was noch viel wichtiger ist: Wie sonst können Sie herausfinden, was Sie wirklich begeistert? Arbeitgeber sind oft froh über den frischen Blick eines Quereinsteigers, solange derjenige bereit ist, sich auf die neue Branche einzulassen und sein Wissen bei der Arbeit immer weiter ausbaut. Gehen Sie daher in Ihrem Anschreiben unbedingt darauf ein, dass Sie mehr über diese Branche erfahren möchten und warum.

Angst Nr. 3: Sie befürchten, dass die Konkurrenz besser ist als Sie

Zu glauben, dass Sie sich nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen können, ist eine weitverbreitete Angst. Aus irgendwelchen Gründen gehen Sie davon aus, dass die anderen Bewerber alle viel besser qualifiziert sind und dass Sie keine Chance haben. Versuchen Sie, nicht immer vom Schlimmsten auszugehen, sondern überlegen Sie, was bestenfalls passieren kann. Vielleicht sind wirklich Hunderte von Bewerbungen eingegangen, aber die Quantität liegt weit über der Qualität und Ihr Lebenslauf ist einer der wenigen wirklich guten.

Steigern Sie in der Bewerbungsphase Ihr Selbstvertrauen, indem Sie eine positivere Selbstwahrnehmung entwickeln und auch ausstrahlen. Wenn Sie zögern, sich zu bewerben, muntern Sie sich selbst auf und erinnern Sie sich an alles, was Sie im Laufe Ihres Berufslebens erreicht haben. Schreiben Sie alle Gründe auf, warum Sie der ideale Kandidat für diese Position sind. Sie sollten auch die Schlüsselwörter identifizieren, die in der Stellenbeschreibung benutzt werden, um den passenden Kandidaten zu beschreiben. Verwenden Sie diese Schlüsselwörter dann in Ihrem Lebenslauf. So arbeiten Sie noch besser heraus, wie gut Sie zu der ausgeschriebenen Stelle passen, und heben sich mit Ihrem Lebenslauf noch mehr von anderen Bewerbern ab, die oft nicht an eine solche Vorgehensweise denken.

Angst Nr. 4: Sie fürchten sich vor der Veränderung

Gerade wenn sich eine solche Gelegenheit ganz unerwartet bietet, kann die plötzliche Aussicht, die Komfortzone zu verlassen, ziemlich überwältigend sein – oder sogar beängstigend. Wahrscheinlich wird Ihnen auf einen Schlag klar, wie viel Veränderung ein neuer Job mit sich bringt. Ein neuer Arbeitsweg, andere Kollegen, unbekannte Aufgaben usw. Und plötzlich fühlt sich das Festhalten am Alten viel sicherer und vernünftiger an.

Doch erstens ist sicherer nicht immer besser. Wenn Sie Ihre Karriere vorantreiben möchten, werden Sie dann und wann den Sprung ins kalte Wasser wagen müssen. Und zweitens: Denken Sie nicht zu weit voraus! Es ist zunächst nur eine Bewerbung – nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie schon jetzt alle zukünftigen „Was wäre, wenn“-Szenarien durchspielen, ist es kein Wunder, dass Sie beunruhigt sind. Machen Sie einen Schritt nach dem anderen. Seien Sie aber mutig und wagen Sie etwas.

Angst Nr. 5: Es ist nicht der richtige Zeitpunkt

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht!

Warum glauben Sie, dass es der falsche Zeitpunkt ist? Ist dies vielleicht nur eine Ausrede? Wenn Sie glauben, dass das Timing schlecht ist, weil Sie gerade kurz vor einer Beförderung, einer Gehaltserhöhung oder einer ausgezeichneten Weiterbildungsmöglichkeit stehen, dann ist es wichtig zu erkennen, dass dies alles Faktoren sind, die mit Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber in einer späteren Phase des Bewerbungsprozesses verhandelt werden können.

Oder haben Sie vielleicht das Gefühl, dass Ihr Unternehmen Sie im Moment besonders braucht? Denken Sie, dass es illoyal wäre, gerade jetzt zu gehen, und dass Sie damit alle Brücken hinter sich abbrechen würden? Möglicherweise stecken Sie mitten in einem wichtigen Projekt und Ihr Chef braucht Sie, um es zum Abschluss zu bringen. Vielleicht ist Ihr Team auch derzeit unterbesetzt. Es ist ganz normal, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man kündigt.

Was glauben Sie: Wie würde sich Ihr Chef verhalten, wenn er seinen perfekten Job finden würde? Wenn er seine eigenen Karriereziele im Blick hat, dann würde er nicht lange überlegen – schließlich hat er nichts zu verlieren. Ihre Kündigungsfrist besteht aus gutem Grund, nämlich um einen Nachfolger zu finden und Ihre Aufgaben an ihn zu übergeben. Es gibt also keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben. Beim Vorantreiben Ihrer Karriere sollten Sie Ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen, auch wenn es sich egoistisch anfühlt.

Angst Nr. 6: Es ist zu schön, um wahr zu sein

Viele von uns denken, wenn etwas zu perfekt scheint, muss es einen Haken geben. Dieses Misstrauen kann Sie davor bewahren, beim Kauf eines neuen Autos oder bei der Anmeldung zu einer Mitgliedschaft im Fitnessstudio übers Ohr gehauen zu werden. Wenn Sie sich aber um einen neuen Job bewerben, ist diese Einstellung im Grunde sinnlos. Schließlich geben Sie hier nicht Ihr hart verdientes Geld aus, sondern investieren nur Zeit in eine Bewerbung – Zeit, die Sie sonst vielleicht vor dem Fernseher verbracht hätten. Sie haben also nichts zu verlieren, wenn Sie sich bewerben.

Die Tatsache, dass Ihnen diese Stellenbeschreibung ins Auge gesprungen ist und Sie immer wieder daran denken müssen, obwohl Sie nicht aktiv danach gesucht haben, zeigt doch, dass dies eine tolle Chance ist. Allein Ihre Angst hindert Sie daran, sie mit beiden Händen zu ergreifen. So verständlich dies auch sein mag – Sie können und werden keine Karriere machen, ohne hin und wieder einen mutigen Schritt zu wagen.